Die fiskalische Klippe wurde umschifft, langfristige Probleme bleiben

Das Repräsentantenhaus stimmte heute Nacht dem Kompromiss den der US-Kongress erarbeitet hatte zu. Die Einkommenssteuer sowie die Kapitalertragssteuern für Gutverdienende steigen. Für Einkommen über 400.000 US-Dollar bei Alleinstehenden, und über 450.000 bei Paaren steigt der Steuersatz von 35 auf 39,6% an. Kursgewinne werden zukünftig mit 20% anstatt 15% besteuert. Die Hilfen für Langzeitarbeitslose wurden um ein Jahr verlängert. Der Markt quittierte die scheinbare Umschiffung der fiskalischen Klippe mit einem Risk-on Zustand. Scheinbar, da die Ausgabekürzungen um zwei Monate verschoben wurden. So geht das Drama weiter, denn die nächsten Punkte werden sein: „Ausgabekürzungen“ und „Anhebung der Schuldenobergrenze“. Beides schwierige Themen mit wohl erneuten Last-Minute Lösungen in der Zukunft. Die strukturellen Probleme wie steigende Ansprüche in der Sozialversicherung sowie eine umfassende Steuerreform werden nicht angegangen und so bleibt die US-Finanzpolitik langfristig weiterhin ohne tragfähige Perspektive.

Die aktuelle Schuldenobergrenze der USA liegt bei 16,4 Billionen US-Dollar. Vor Ende Februar muss eine Einigung über die Erhöhung dieser Obergrenze erzielt werden (voraussichtlich ca. 1,5 Billionen). Die Republikaner sind für Ausgabekürzungen in etwa gleicher Höhe der zukünftigen Mehrverschuldung. Steigt z.B. die Obergrenze um 1,5 Billionen, sollen auch Einsparungen von 1,5 Billionen durchgeführt werden. Präsident Obama mit den Demokraten zielt mehr auf eine mildere Lösung ab, wo Einsparungen nur vorgenommen werden, wenn auch die Einnahmen steigen. Den aktuellen Stand der US-Verschuldung finden Sie unter folgendem Link

http://www.usdebtclock.org/