Tokio plant ESM-Anleihen zu kaufen

Bei den ersten Meldungen aus Tokio, europäische Anleihen zu kaufen um den Yen zu schwächen dachte man sofort an eine Intervention. Dem ist aber nicht so, denn später stellte sich heraus, dass geplant wird, die Käufe mit Währungsreserven durchzuführen. Diese Reserven sind ja bereits in ausländischen Währungen, vor allem US-Dollar. Es würde also kein Verkauf des Japanischen Yens stattfinden, deshalb gibt es von dieser Seite keinen Grund für eine weitere Yen-Schwäche.

Positiv wäre es allerdings für EUR-USD, denn es würden US-Dollars verkauft um die europäischen Anleihen zu kaufen. Dies trifft jedoch nur zu, wenn die US-Dollar Reserven benutzt werden. Findet der Kauf mit EUR-Reserven statt, ist die Auswirkung neutral.

Die Gerüchteküche was die Japanische Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung am 22.Januar beschließen wird, brodelt indessen weiter. Das 2% Inflationsziel scheint ausgemachte Sache zu sein und ist vom Markt bereits eingepreist.

Wie erwartet meldete sich bereits die erste Ratingagentur zu Wort und deutet an, das Rating von Japan herabzustufen, wenn es keinen überzeugenden Plan zur Haushaltskonsolidierung gibt. Dies ist negativ für den Yen, welcher gerade die größte Abwertung seit über 8 Jahren hinter sich gebracht hat. Eigentlich Zeit für eine Konsolidierung.