Boom-Bust | Dieses Mal ist alles anders

Das stimmt, ein bisschen anders ist es immer, aber was ist mit den grundlegenden Mechanismen? Wo stehen wir gerade und wo geht es hin?

Wir sind mitten in einem neuen Boom-Bust Zyklus. Der Startpunkt eines solchen Zyklus ist immer ein Kollaps. In den vergangenen Jahren gab es mehrer kritische Zustände. 2008 das Platzen der Kreditblase, 2009 und 2011 die Zuspitzung in der Eurozone. Nach einer Abwärtsphase kommt es zum Einschreiten der Politik – Rettungsmaßnahmen werden ergriffen. Danach kommt die Stabilisierungsphase mit anschließender Erholungsphase. Der Start ins Jahr 2013 ist geprägt von einer allgemeinen Erleichterung, denn das Schlimmste ist überstanden, wirklich? Das Vertrauen kommt zurück und kann einen vollen Boom auslösen.

Märkte werden insbesondere dann anfällig für neue Einbrüche, wenn sich die Teilnehmer zunehmend sicherer fühlen. Positive Statements von Politikern, dass wir das Schlimmste überstanden haben, Presseberichte, über neue positive Trends all dies lockt mehr Teilnehmer in die ansteigenden Märkte. Je länger ein Boom andauert, desto mehr kreditfinanziertes Kapital treibt die Märkte. An diesem Punkt sind wir nun aktuell angelangt.

Das Ende eines Booms ist immer schwer zu bestimmen, da viele psychologischen Faktoren und das Verhalten der Teilnehmer eine entscheidende Rolle spielen. Märkte brechen nicht ein wenn alle es schon lange erwarten. Wir brauchen zuerst eine Phase der Euphorie, wenn auch die letzten Kritiker/Pessimisten plötzlich das Lager wechseln und der Trend eine unaufhaltsame Stärke zu entwickeln scheint – dann ist der Markt bereit für die nächste Phase.

Diese nächste Phase ist dann erneut eine Schockwelle. Wenn kreditfinanziertes Kapital aus dem Markt geschwemmt wird, dann wird der Trend sein Momentum nicht mehr aufrechterhalten können. Auslöser sind unerwartete Ereignisse welche eine Verunsicherung in Gang setzen. Die Volatilitäten beginnen anzuspringen, die Nervosität nimmt rapide zu. Ist die Schockwelle extrem stark, bringt sie das Finanzsystem in Gefahr und die Politik wird erneut versuchen die Lage zu stabilisieren.

Was aktuell dafür spricht, dass wir kurz davor sind in die nächste Phase überzugehen, sind die extrem niedrigen Volatilitäten, sowie die extrem bullishe Ausrichtung der Fondmanager.

Auf der anderen Seite, haben aktuell weiterhin alle Zentralbanken den Fuss voll auf dem Gaspedal, es könnte also gelingen einen sich selbst verstärkenden Boom in Gang zu bringen. Eine Boom-Phase kann in mehreren Schüben verlaufen bevor sie in sich zusammen bricht.