FOMC und Bernanke stützen den US-Dollar

Die Klarstellung des vom Markt diskutierten „Tapering“ (Eine Reduktion des QE-Volumens) beflügelte den US-Dollar gegenüber sämtlichen Währungen. Bernanke verkündete gestern seine Strategie, für die nächsten 12 Monate. Ziel ist es die Anleihenkäufe bereits gegen Ende des Jahres zu reduzieren und etwa Mitte 2014 auslaufen zu lassen. Grundlage dieser nun strafferen Geldpolitik ist die Annahme, dass die Risiken für die Konjunktur sowie den Arbeitsmarkt abgenommen haben.
Die Meldung kam etwas überraschend für den Markt weshalb die erste Reaktion sehr heftig war. Insbesondere der Australische Dollar, sowie der Japanische Yen kamen unter Druck. Die Marktbewegungen wurden früher als „risk on“ und „risk off“ bezeichnet, nun könnte man sagen, „Tapering on“ und „Tapering off“ bestimmen die Marktlage am Devisenmarkt. Die Fed machte jedoch auch klar dass die Reduzierung nur schrittweise passieren wird und alles von einer guten Datenlage abhängt. Eine tatsächliche Zinsanhebung wird wohl eher erst nach 2015 stattfinden, wenn die Inflation nicht vorher anzieht.

Die aktuelle Marktbewegung offenbart auch eine empfindliche Schwachstelle Europas, die lange Zeit verhalten blieb. Durch die nun neue Zukunftsperspektive der Fed, stiegen die Zinsen in Spanien und Italien sprunghaft an. Diese Marktbewegung macht deutlich, dass der Euro wohl die nächsten Monate verstärkt unter Druck geraten könnte, wenn der Fahrplan der Fed aufgeht. Die EZB wird dann wohl irgendwann eingreifen und die Geldpolitik weiter lockern, während die Fed das Gegenteil tun wird. Diese Ausgangsbasis ist die Grundlage für einen schwächeren Euro gegenüber dem US-Dollar. Der US-Dollar hatte die letzten Jahre drei Hauptbelastungsfaktoren. Das hohe Handelsdefizit die Geldmengenausweitung, sowie ein niedriges Zinsumfeld. Diese Belastungsfaktoren könnten nun die nächsten Jahre stückchenweise verringert werden und dem US-Dollar somit zu mehr Stärke verhelfen. Dieser Weg wird wohl aber auch von Rücksetzern begleitet werden und ist keine Einbahnstraße.

Die aktuellen Bewegungen könnten sich deshalb, nach der ersten hektischen Phase als etwas übertrieben herausstellen, insbesondere beim Australischen Dollar, der zurzeit am stärksten leidet, da er zusätzlich von schwächeren Zahlen aus China sowie dem Bergbaupeak im eigenen Land belastet wird. Interessant ist dabei die nächste COT-Auswertung, welche jeden Sonntag im Memberbereich veröffentlicht wird.