Fed Tapering von QE3 – Wie eine Blase entsteht

Seit 5 Monaten läuft die Tapering Diskussion (Reduzierung der monatlichen Anleihen-Käufe durch die Fed). Die Fed hatte zugesichert in Zukunft eine transparentere Geldpolitik zu betreiben. Mit der Ankündigung des baldigen Ausstiegs aus QE stellte sich der Markt darauf ein, dass die Fed im September beginnen wird, das monatliche Kaufvolumen von 85 Milliarden US-Dollar zu reduzieren. Die Markterwartungen gingen dabei auseinander und beliefen sich zwischen 5 und 20 Milliarden. Mit einem No-Tapering hatte niemand wirklich gerechnet, denn würde die Fed so einen Schritt wagen, würde sie damit auch gleichzeitig das Vertrauen des Marktes verspielen. Die Teilnehmer würden dann davon ausgehen, dass die Fed wohl mehr weiß, und dass der Wirtschaftsausblick möglicherweise  düsterer ist, als er öffentlich publiziert wird. Mit der Folge, dass die Marktunsicherheit zunehmen würde. Aus diesem Grund rechneten die meisten Akteure im schlimmsten Fall zumindest mit einem kleinen Schritt von 5 Milliarden um den Schein des US-Wachstums zu bewahren.

In Wirklichkeit kam es jedoch anders. Unmittelbar nachdem Bernanke gestern bekannt gab, dass es keine Reduzierung gibt, das heißt das Kaufvolumen von 85 Milliarden pro Monat, unvermindert fortgesetzt wird, kamen folgende Statements über den Dow-Jones Newskanal:

1)      We can´t let market expectations dictate our policy actions

2)      No Comments on future plans

3)      Bernanke sees tapering coming „possibly“ later next year

Diese Statements sagen eigentlich nur, dass es keinen Exit-Plan für den Ausstieg aus QE3 gibt und Bernanke lediglich ein bisschen mit dem Markt gespielt hat. Eine transparente Geldpolitik wie angekündigt sieht anders aus. Glauben schenken wird den Worten Bernankes so schnell kein Marktteilnehmer mehr. Nach der gestrigen Sitzung ist wieder alles offen und selbst eine Erhöhung des Kaufvolumens auf über 85 Milliarden ist denkbar, wenn die US-Wirtschaft nicht wie erwartet wächst. Die Fed ist nun ohne Zweifel gewillt, die größte Finanz-Blase der letzten Jahrzehnten zu erzeugen. Der Crash im Jahr 2008 als die Aktienmärkte über 50% einbrachen, war also nicht der letzte dieser Art. Je länger die Fed die Märkte mit Geld flutet, desto höher wird die Fallhöhe. Die Frage in Zukunft wird sein, ob der Verschuldungsgrad der USA beim nächsten Crash eine erneute Rettung zulassen wird? Peter Schiff hatte Recht als er vor der Fed Sitzung QE3 mit einer Droge verglich und die Absetzung dieser Droge letztendlich nicht stattfinden wird, denn die Abhängigkeit ist zu groß, sprich: Die gesamte wirtschaftliche Erholung ist abhängig von dem Geld der Fed, dass einfach nach belieben gedruckt wird. Das Problem ist, dies ist nicht die Lösung und ein solches Vorgehen endet immer mit einem Desaster, eben nur zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Fed bringt mit ihrer aktuellen Entscheidung nun andere Länder in Zugzwang. Die Eurozone zum Beispiel, hat kein Interesse an einem starken Euro, der die wirtschaftliche Erholung belastet. Wertet der Euro gegenüber dem US-Dollar also nun Richtung 1,37, dann 1,40 oder 1,45 auf, muss und wird die EZB ebenfalls Maßnahmen ergreifen. Die Fed hat jedoch auch bewirkt, dass die Zinsen gedrückt bleiben, was der Peripherie der Eurozone zugute kommt. Die Zinsen können jedoch nicht ewig von den Zentralbanken künstlich gedrückt werden. Im schlimmsten Fall erzwingt der Markt ab einem bestimmten Punkt einen Zinsanstieg, nämlich dann wenn die Inflationserwartungen beginnen, rapide anzusteigen. Wenn dies geschieht und der US-Dollar ist noch lebensfähig, wird der Euro von den jetzt gelifteten Levels massiv abwerten, denn hohe Zinsen werden die Erholung in der Eurozone abwürgen. Durch den hohen Verschuldungsgrad vieler Euroländer haben diese keinen Puffer mehr um eine solche Phase zu überbrücken.