Helikopter Ben für wie lange noch?

Wie lange dauert es noch bis die Welt von „quantitative easing“ auch monetäre Lockerung genannt, befreit wird?

Ben Bernanke, auch Helikopter Ben genannt gibt der Party des lockeren Geldes weiteren Treibstoff. Das Problem dabei ist, irgendwann geht auch diese Party zu Ende und was dann übrig bleibt sind aufgeblasene Finanzmärkte die zusammen brechen werden. Die Frage die sich deshalb viele nach dem gestrigen Ereignis stellen ist: Warum bereitet die Fed den Markt fünf Monate auf einen Ausstieg vor und versagt dann kläglich bei der Umsetzung. Noch schlimmer, sie verspielt das Vertrauen für zukünftige Kommunikation. Es gibt zwei mögliche Gründe für dieses Handeln.

Ein Hauptgrund könnte der kommende politische Streit um die Anhebung der Schuldendecke im Oktober sein.  Der jedoch wahrscheinlichere Grund ist der, dass am Montagabend Larry Summers seine Kandidatur zum Fed-Chairman überraschend zurückgezogen hatte. Die Nachfolge von Benanke tritt nun voraussichtlich Janet Yellen an. Sie gilt als absolute Taube und steht für eine lockere Geldpolitik. Es könnte sein, dass Bernanke ihr die Entscheidung überlassen möchte wann und wie QE3 beendet wird. Ist dies der Fall würde sich an der jetzigen Geldpolitik bis mindestens März nichts ändern.  Wenn der Markt diese Sichtweise annimmt, bleibt der US-Dollar mindestens bis Ende des Jahres unter Druck.

Aus den Bondmärkten ist ersichtlich, dass die Reduzierung von QE3 voll eingepreist war. Das bedeutet, wenn die US-Daten positiv bleiben und die Zinsen zurück auf die alten Niveaus fallen, wird  ein Tapering im Dezember wahrscheinlich. Je höher das Zinsniveau desto schwieriger der Schritt Richtung  Tapering und desto unwahrscheinlicher wird eine Reduzierung des monatlichen Kaufvolumens. Die nächste Hürde für EUR-USD ist der Bereich 1,36 – 1,37. Kleinere Macrofunds kauften bereits massiv und sind nun eingedeckt. Das bedeutet, um den vorgenannten Wiederstandsbereich zu überwinden müssen auch die längerfristig orientierten Fonds auf die Käuferseite wechseln, wenn nicht, wird EUR-USD weiter seitwärts tendieren. Kauforders liegen bei 1,3450, 1,3400 und 1,3350. Größere Sellorders liegen bei 1,3600 sowie im Bereich 1,3700