Der Druck im Finanzsystem nimmt zu

druck im finanzsystemAls es das letzte Mal im Zuge der Schuldendeckenanhebung im Jahr 2011 zu einer Herabstufung durch die Ratingagenturen kam dachten viele, dass der US-Dollar dadurch an Wert verlieren würde. Bei jeder anderen Währung wäre dies auch zu 100% der Fall, denn wenn die Kreditwürdigkeit eines Landes herabgesetzt wird, wirkt sich dies unmittelbar auf dessen Währung aus. Im Fall des US-Dollars ist es jedoch komplizierter. Die globalen Wachstumssorgen waren stärker als die herabgesetzte Kreditwürdigkeit. Normalerweise würden Investoren das Geld aus einem Land dessen Kreditwürdigkeit sich verschlechtert abziehen. In diesem Zuge würden die Zinsen steigen und die Währung fallen. In den USA fand jedoch genau das Gegenteil statt, da der US-Dollar durch seinen Reserve-Status profitierte. Die Aktienmärkte fielen und die Teilnehmer flüchteten im Zuge der Risk-off Phase in den sicheren Hafen der US-Bonds. Wenn dieser Mechanismus einmal nicht mehr funktioniert, das heißt die Investoren den US-Anleihenmarkt nicht mehr als SICHER betrachten, dann würde der US-Dollar kollabieren und sich auch nicht mehr erholen. In dem die Fed weiter Geld druckt arbeitet sie auf dieses Szenario hin, das irgendwann in der Zukunft einmal eintreten wird.

Das Ziel der Fed ist die Zinsen zu drücken. Steigende Nachfrage und somit steigende Kurse bei US-Bonds bedeuten niedrige Zinsen. Das Problem ist nun, dass der anfängliche Geldsegen nun zum  Dauergast mutierte und der Markt von den Fed Käufen abhängig geworden ist. Diese Abhängigkeit ist fatal, denn irgendwann bleibt die Fed die einzige Käuferin von US-Bonds, was dann das Ende vom jetzigen Finanzsystem sein wird. Die Bedrohung ist real und das Ende unausweichlich geworden, jedoch so glaube ich, dass es noch Jahre dauern wird, und wir in den nächsten Jahren noch deutliche Zuwächse der Verschuldung sehen werden bis die Situation außer Kontrolle gerät.

Im Moment deutet alles darauf hin, dass sich die Länder weltweit darauf verständigt haben, das Wachstum mit Gelddrucken zu erzeugen. Auffällig ist, wie wenig das viele Geld tatsächlich in der realen Wirtschaft bewirkt, ganz einfach deshalb, weil es in den Schluchten der vergangenen Exzesse versickert, oder bereits neue Blasen erschafft.

Die Zinsen der langlaufenden Bonds werden hauptsächlich durch die Inflationserwartungen bestimmt, weniger durch Angebot und Nachfrage. Das bedeutet die Fed kann die Zinsen nicht ewig mit Anleihekäufen niedrig halten. Irgendwann werden die Billionen gedruckten Geldes die Preise an der Ladentheke und im Energiesektor nach oben treiben. Diese Inflation kann dann keine Notenbank mehr kontrollieren, denn das jetzige Gelddrucken ist wie ein Pressen, das den Druck im System erhöht. Irgendwann muss dieser Druck entweichen, was dann wahrscheinlich plötzlich und schnell passieren wird.

Kurz gesagt, das jetzige Gelddrucken welches das Wachstum ankurbeln soll wird bald in einer großen Inflation enden. Je mehr jetzt gedruckt wird, desto schwieriger ist es die Inflation in Zukunft zu beherrschen.

Die Möglichkeiten werden dabei immer weniger, denn je mehr Schulden angehäuft werden, desto höher die Belastungen des Staates, wenn die Zinsen bald steigen werden. Wie gesagt dieser Anstieg geschieht durch die Inflationserwartungen der Investoren. Wenn diese am Puls des Marktes als erstes spüren, dass die Fed die Kontrolle über die Zinsen verliert, werden diese aus den Anleihemärkten fliehen, und die Fed könnte gar nicht genug Geld drucken um dieses Defizit auszugleichen. Die Zinsen werden dann massiv ansteigen.

Dieses Phänomen wird nicht isoliert in den USA stattfinden. Paradoxer Weise profitieren die USA wahrscheinlich anfänglich von dieser Entwicklung. Denn diese Entwicklung führt dazu dass die Euro-Schuldenkrise erneut hochkochen wird und viele Teilnehmer alternativlos doch teilweise in den US-Dollarmarkt flüchten, weshalb dieser Markt sich länger halten können wird als viele vermuten. Letzten Endes führt dieser bevorstehende weltweite Zinsanstieg zu einer erneuten Rezession. Die alten Mittel, wie das Gelddrucken sind dann eh schon ausgereizt und kein wirksamer Mechanismus mehr welcher funktioniert.

An diesem Punkt werden sich dann alle großen Nationen auf einen Schuldenschnitt verständigen müssen. Es geht kein Weg daran vorbei. Das schlimmere Übel wäre, wenn nicht rechtzeitig agiert wird und eine unkontrollierte Hyperinflation zugelassen würde.

Das was wir gerade in Griechenland sehen, ist das, was bald den USA und ganz Europa bevorstehen wird. Vorher wird man jedoch versuchen gegenzusteuern um den Prozess hinauszuzögern, leider auf Kosten der Allgemeinheit, denn die einzigen wirksamen Mittel werden Steuererhöhungen und Ausgabekürzungen sein. Ein Hauptszenario vieler Politiker ist die Neiddebatte. Wenn ein Staat über viele Jahre mehr ausgeben hat, als er eingenommen hat, dann wird er irgendwann versuchen das Geld dort zu holen, nämlich bei denen die die letzten Jahre gut gewirtschaftet haben. Das ist nämlich die einzige Quelle wo noch etwas zu holen ist. Dieses Zugreifen auf Vermögen bleibt jedoch wie so vieles nicht folgenlos. Ein Staat kann sich nicht sanieren, indem er seine Leistungsträger schröpft. Diese werden nämlich als Reaktion ihre Investitionen zurückfahren, ganz einfach weil es sich nicht mehr lohnt, bzw. die Aussichten düster geworden sind. Dies erhöht die Arbeitslosenzahlen und dämpft das Wirtschaftswachstum. Der Staat muss also wiederum noch mehr Geld drucken um das jetzige Sozialsystem zu erhalten. Irgendwann kann er weder mehr Geld drucken, noch kann er die Steuern höher schrauben. An diesem Punkt angekommen, können dann wirkliche Veränderungen passieren, ganz einfach weil der Druck so groß geworden ist und jeder erkennt, dass es nicht mehr so weiter gehen kann als bisher.

Wenn sich alle Länder auf einen höheren Schuldenstand verständigen und das „Laufen der Notenpressen“ zur Normalität wird, was wir ja bereits haben, dann wird der Knackpunkt die Schuldenlast sein, welche durch höhere Zinsen unerträglich wird. Das schnellwirkende Akutmittel gegen eine lahme Wirtschaft, nämlich das Gelddrucken, führt bei Dauerkonsum zur Abhängigkeit. Je länger der Konsum, desto höher die Abhängigkeit und desto zerstörerischer die Nebenwirkungen, in diesem Fall die Inflation.

Der einzige Weg um den Lebensstandard zu erhalten wird sein, eine hohe Rendite zu erzielen. Gold wird zwar ohne Frage das jetzige Geldsystem überleben und es ist deshalb klug einen Teil seines Vermögens darin zu investieren. Für den täglichen Einkauf, den täglichen Konsum, den Urlaub, usw… dafür bezahlen wir aber wohl immer noch mit Euros oder US-Dollars wenn wir nach Amerika reisen. Wann das tatsächliche Ende kommt, wissen auch auch nicht, vielleicht in der nächsten oder übernächsten Generation. Für das jetzige Leben und den letzten Abschnitt des aktuellen Geldsystems, ist eine hohe Rendite überlebenswichtig. Die höheren Belastungen die auf uns alle zukommen, können wir mit einer hohen Rendite ausgleichen. Zerstört werden hingegen, die Billionen Sparguthaben welche nur einen geringen Zins abwerfen und die jährliche Inflation mehr wegnimmt als an Zins hinzukommt. Problematisch wird dies insbesondere für viele Rentner und alle die in Zukunft auf Rentenzahlungen angewiesen sind. Auch Deutschland hat die Blütezeit überschritten und das Zugreifen auf die Vermögen durch höhere Steuern, Inflation, negative Realrendite, oder Vermögensabgaben ist längst Realität und wird weiter voran schreiten.